Wingst, der 22. August 2011

Elton John schlägt Springreiter-Elite

Hergen Forkert und Elton John gewinnen den Großen Preis

Mit einem Sieg des Bremer Springreiters Hergen Forkert und seinem Hannoveraner Wallach Elton John ging das 104. Dobrock-Turnier in der Wingst am Sonntagnachmittag zu Ende. Der mit 15.000 Euro dotierte Große Preis des Landkreises Cuxhaven und der Kreissparkasse Wesermünde-Hadeln wurde im Stechparcours entschieden.

„Für mich lief es einfach auf dem Dobrock. Auch an den ersten Tagen war ich mit meinen Pferden immer vorne dabei. Im Mächtigkeitsspringen am Freitagabend zeigte Elton schon seine gute Form, und er hatte mit den Höhen der Mauer überhaupt keine Probleme“, freute sich der Nationenpreis Reiter aus Bremen über seinen Titelgewinn beim Dobrock-Turnier 2011 mit dem zwölfjährigen Elton John. Den Einzug in das Stechen schaffte neben Forkert nur noch die junge Holländerin Chantal Regter mit ihrem zehnjährigen niederländischen Wallach Aragon.

„Da war der Stress für Aragon vor Beginn des Stechens leider zu groß“, erzählte die erst 23-jährige Bereiterin aus dem Stall von Willy van der Ham in Bad Bentheim. „Ich habe Aragon erst seit  zwei Wochen bei mir im Beritt. Er ist noch sehr jung und unerfahren, deshalb bin ich auch nicht enttäuscht. Ein zweiter Platz gegen die erstklassige Reiterelite hier auf dem Turnier ist für mich toller Erfolg“, freute sich die junge talentierte Springreiterin trotzdem über ihre Leistung auf dem Dobrock. Vor dem ersten Hindernis im Stechen passierte das Missgeschick, als Aragon vor der gutgefüllten Zuschauertribüne einfach nicht dazu zu bewegen war, auf das erste Hindernis zu zugaloppieren. Als Chantal Regter ihr Pferd dann wieder unter Kontrolle hatte, war die Uhr unerbittlich weiter gelaufen, so dass die Nachwuchsreiterin ihre Chance auf den Gewinn des Großen Preises leider vertan hatte. So konnte Hergen Forkert das Stechen fehlerfrei und in einer Zeit von 47,21 Sekunden für sich entscheiden.

In dem schweren von Hans Sattler aber fair aufgebauten Springparcours unterliefen der gesamten Reiterkonkurrenz viele Flüchtigkeitsfehler. An den unterschiedlichsten Hindernissen fiel immer wieder eine Stange. Selbst Weltmeister Carsten-Otto Nagel konnte einen Fehler mit seinem Ausnahmepferd Corradina nicht verhindern. Dazu war auch die erlaubte Zeit in dem Springen auf S***-Niveau sehr knapp bemessen, so dass im Umlauf für Christian Glienewinkel mit Levisto’s Pleasure, Christan Slawinski mit Gagenio und Joachim Heyer mit Poggy am Ende jeweils 0,25 Zeitfehlerpunkte zu Buche standen. Sie belegten im Endklassement in dieser Reihenfolge schließlich die Plätze drei bis fünf.

Bei der Siegerehrung genoss Hergen Forkert sichtlich den verdienten Applaus der etwa 5.000 Zuschauer, die den Weg auf das Turniergelände in der Wingst gefunden hatten. Dabei machte er eindrucksvoll deutlich, dass nicht nur ihm, sondern vor allem auch seinem Hannoveraner Elton John die Anerkennung für die großartige sportliche Leistung in der schweren Springprüfung gebührt. Dies sah auch die Prominenz aus Politik und Wirtschaft so, darunter der Niedersächsische Ministerpräsident David McAllister, der Parlamentarische Staatssekretär Enak Ferlemann und Landrat Kai-Uwe Bielefeld, sowie der Vorsitzende der Kreissparkasse Wesermünde-Hadeln Dr. Götz Pätzold, die Generalbundesanwältin Prof. Monika Harms und der Medienexperte Stefan Aust.

Neben dem Sport stand am Donnerstag und Samstag das Dobrock-Turnier ganz im Zeichen der Pferdezucht. Im 5. Deister-Springpferde-Championat präsentierten sich die besten vier-, fünf- und sechsjährigen Nachwuchspferde aller Zuchtgebiete in der Wingst. In den Zuchtprüfungen machten aber nicht nur die jungen Springpferde, sondern auch die jungen Reiter aus dem Stall von Paul Schockemöhle eindrucksvoll auf sich aufmerksam. Schon in den Qualifikationsrunden schaffte der 21-jährige Patrick Döller das Kunststück, in allen drei Jahrgängen das jeweils beste Pferd vorzustellen.

In den Finals gingen wiederum zwei Champions unter seinem Sattel. Bei den Fünfjährigen gewann Döller mit dem Oldenburger Wallach Chaquilot v. Chacco-Blue/Quilot und bei den sechsjährigen Springpferden belegte er mit der Oldenburger Stute Chalanda v. Chacco-Blue/Baloube Platz eins. Bei den vierjährigen Pferden war dagegen Christopher Frazer mit dem Holsteiner Hengst Chupamint v. Cormint/Calat und einer Wertnote von 9,3 siegreich. Frazer ist im Stall von Rolf Göran Bengtsson und Bo Kristoffersen als Bereiter angestellt und schaffte es, den Reitern aus der Talentschmiede von Paul Schockemöhle Paroli zu bieten. Der weltweit anerkannte Holsteiner Pferdezüchter Harm Thormählen nahm mit seiner Ehefrau die Siegerehrung persönlich vor und war von dem Niveau der jungen Hoffnungsträger im Springparcours ganz angetan. „Im Vorfeld der Bundeschampionate ist das Deister-Springpferde-Championat nicht mehr wegzudenken. Der Vergleich der Pferde aus den unterschiedlichen Zuchtgebieten wird von Jahr zu Jahr interessanter und die Qualität immer besser.“

Natürlich gab es am Samstagnachmittag noch weiteren spannenden Reitsport zu sehen. Auf dem Hauptplatz kam es im Mannschaftsspringen zu einem spannenden Duell der Reitervereine aus dem Unterelbeschen Renn-, Reit- und Fahrverein. Die Atmosphäre hatte schon etwas von der Stimmung eines Nationenpreises. Am Abreiteplatz und auch auf den Zuschauerrängen wurde jeder Ritt der regionalen Reiter euphorisch angefeuert. Jubel brach aus, als die Entscheidung für das Team vom Reitverein Bülkau mit den Reitern Steffen Henjes, Sabine Hahl, Stefanie Kühlke und Lisa Versemann feststand.

Prickelnde Spannung herrschte auch am Freitag- und Samstagabend als unter Flutlicht das traditionelle Mächtigkeitsspringen beziehungsweise das Barrierenspringen begeisterte. Als bester Höhenspezialist präsentierte sich hier der Pole Oskar Murawski, der mit seinem Hannoveraner Continuo beide Wettbewerbe für sich entscheiden konnte. Über die Mauer bewältigte das Paar eine Höhe von 2,15 problemlos und im Barrierenspringen war erst bei 1,95 Meter Schluss.

Bei den Nachwuchsreitern wurde zum zweiten Mal das Halbfinale in der Warsteiner Reitsportförderung ausgetragen. Zehn junge Reiter qualifizierten sich auf dem Dobrock für das Finale in Warstein. Hier gewann die für den Reit- und Fahrverein Harsum startende Lisa Hartje mit ihrem Deutschen Reitpony Sabrina. Die Hermann-Schridde-Prüfung auf M-Niveau nutzen Junioren und Junge Reiter, um sich für die German Classics in Hannover zu qualifizieren. Siegreich war Rieka Wichers vom Kehdinger Reitclub mit der Hannoveraner Stute Antoinette, Platz zwei belegte Emily Katenkamp vom Reitclub St. Georg zu Bremen auf Rhytmoline III. Beide sicherten sich damit eine Teilnahme am Trainingstag mit einem renommierten Springreiter in der Landesreitschule Hoya im September.

Insgesamt bekamen die etwa 20.000 Zuschauer beim 104. Dobrock-Turnier wieder einmal Sport von höchster Qualität in allen Wettbewerben geboten. Gerade die jungen Pferde hatten viele Möglichkeiten, sich während der vier Veranstaltungstage in attraktiven Springprüfungen zu präsentieren. Auch in den Reitpferde- und Dressurprüfungen kamen Pferdekenner und Zuchtexperten voll auf ihre Kosten. In den hochklassigen Dressurprüfungen dominierte Hartwig Burfeind, der mit seinem Hannoveraner Hengst De Value sowohl den Grand Prix de Dressage und den Grand Prix Special jeweils auf Drei-Sterne-Niveau gewinnen konnte.

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Ergebnisse

Aktuelle Ergebnisse vom Dobrock-Turnier 2011 sind online.

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