Derbysieger kommt!

Seit Patricio Muente in diesem Jahr das traditionsreiche Hamburger Springderby gewann, kennt ihn inzwischen jeder Reitsportfan. Mit seinem fehlerlosen Ritt im Stechen auf der zehnjährigen Stute Zera trug er sich in die Geschichtsbücher des Reitsports ein.

Alle Zuschauern des Dobock-Turniers vom 17. bis 20. August dürfen sich auf den sympathischen Derbysieger freuen, denn dann wird Patricio Muente seine Nachwuchspferde präsentieren. Für den 43-jährigen argentinischen Springreiter Patricio Muente gehört das Dobrock-Turnier sogar zu den wichtigsten Reitsportveranstaltungen in Deutschland überhaupt. „Selbst als mein Mann noch in den USA lebte, wusste er schon von der Bedeutung des Turniers in Deutschland“, erklärt seine Ehefrau Antje. Deshalb war Pato Muente in den letzten Jahren schon des Öfteren in der Wingst am Start. Und das kam so:

Im Juniorenalter begann für den in Buenos Aires geborenen Patricio Muente die erfolgreiche Springreiterkarriere. Der amerikanische Goldmedaillengewinner Joe Halpin Faris holte Patricio im Alter von 17 Jahren in die USA. Im Jahr 2000 machte sich der Springreiter selbstständig und gründete seinen eigenen Turnier- und Ausbildungsstall. In der Zeit war er bei den hochkarätigsten nationalen und internationalen Reitturnieren in Amerika am Start. Durch seine großen Erfolge reiste er auch nach Europa und hielt sich zeitweise in Deutschland auf.

Während seiner Reisen nach Deutschland wurde Patricio Muente auf den Hannoveraner Hengst As di Villagana aufmerksam. Der 1996 geborene Hengst stand zu der Zeit als Landbeschäler im Landgestüt Celle, wurde von Joachim Winter geritten und in den Jahren 2000 bis 2002 auf dem Dobrock vorgestellt. Patricio erkannte das große Potenzial des Accord II-Sohnes und schaffte es schließlich, den Hengst in seinen Besitz in die USA zu holen. Mit diesem Schachzug bewies der Argentinier schon damals sein außergewöhnliches Gespür für Reitpferde. Mit dem Hannoveraner Hengst gewann Muente mehrere hochrangige Nationenpreise in den USA und gehörte der argentinischen Nationalmannschaft an.

2005 lernte er seine heutige Frau Antje kennen, die er 2009 in Amerika heiratete. Ein Jahr später siedelte das Ehepaar Muente schließlich mit ihrem Sohn nach Deutschland um und gründete auf dem Hof von Hans-Jürgen Armbrust bei Soltau erneut einen eigenen Ausbildungs- und Turnierstall. Da seine Mutter aus Slowenien stammt, geht Patricio Muente seit dem Zeitpunkt für Slowenien an den Start. Immer wieder haben es in seiner Obhut junge Pferde in den schweren Springsport geschafft. So war Muente mit dem elfjährigen Hannoveraner For Asgard 2014 und 2015 international sehr erfolgreich.

Bei seinem letzten Start  auf dem Dobrock stellte Patricio Muente 2014 den Holsteiner Wallach Caracho v. Cento im Deister-Springpferde-Championat vor. Mit dem Fünfjährigen wurde er Vierter und machte anschließend mit Caracho durch sehr gute Leistungen weiter auf sich aufmerksam. Beim Hamburger Derby 2016 blieb Muente mit Caracho im Youngster Cup dreimal fehlerfrei.

Der ganz große Erfolg gelang ihm schließlich mit der zehnjährigen Stute Zera aus der Zucht von Harm Thormählen, der auf dem Dobrock-Turnier das Deister-Springpferde-Championat sponsert. Bei ihrem ersten Auftritt beim Hamburger Derby landete das Paar 2016 am Ende auf Platz neun, wofür Patricio Muente nachträglich mit dem Stilpreis ausgezeichnet wurde. Noch besser lief es in diesem Jahr. Der Sieg im schwersten Springen der Welt rückte das Paar endgültig ins Rampenlicht und weckte selbstverständlich große Begehrlichkeiten in der Reiterwelt. Eigentlich sollte Zera sportlich eine Pause einlegen und ausschließlich in der Zucht von Harm Thormöhlen zum Einsatz kommen. Das Kaufinteresse an der Stute Zera aus dem Stall Beerbaum war offenbar so groß, dass die Besitzern das Kaufangebot letztendlich nicht ablehnen konnten.

Ein Vorgang, den Patricio Muente bestens kennt. Denn wenn seine Pferde auf dem Höhepunkt ihres Erfolges angelangt waren, wechselten diese häufig den Besitzer. Patricio Muente hat es aber immer wieder geschafft, junge Pferde zu entdecken und sie für den schweren Springsport auszubilden. So dürfen sich alle Besucher des Dobrock-Turniers auf die Präsentation der hoffnungsvollen Nachwuchspferde des Argentiniers freuen.

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