Nur Gewinner

Zu den Höhepunkten des 112. Dobrock-Turniers zählten einmal mehr der Große Preis am Sonntag und die Springprüfungen unter Flutlicht am Freitagabend. Die Zuschauer kamen voll auf ihre Kosten, trotz zum Teil kräftiger Regenschauer ließen sich die Wingster nicht davon abhalten, das Turniergelände an der Hasenbeckallee zu bevölkern. Die magische Grenze von 20.000 Zuschauern wurde 2019 allerdings nicht überschritten. Immer mehr wird das Deister-Springpferde-Championat zum Anziehungspunkt des Turniers.

Nach vier Tagen Spitzensport in allen Leistungs- und Altersklassen wurde im abschließenden Großen Preis des Landkreises Cuxhaven und der Weser-Elbe Sparkasse noch einmal spannender und hochklassiger Springsport geboten. Die etwa 4.000 Zuschauer waren begeistert und sparten nicht mit dem verdienten Applaus.

Mit einem Sieg des Lokalmatadoren Harm Wiebusch fand das Dobrock-Turnier seinen krönenden Abschluss. In dem mit 15.000 Euro dotierten Großen Preis schafften sechs Reiter den Sprung in das entscheidende Stechen. Neben Harm Wiebusch schafften noch der Bremer Hergen Forkert, der Lilienthaler Christoph Kühl, Simon Heineke, Bereiter aus dem Stall von Carsten-Otto Nagel, sowie  Titelverteidiger Philip Rüping und Jonte Hansen aus Olderup den Einzug ins Stechen.

Nach seinem zweiten Platz im letzten Jahr konnte sich der Fredenbecker sehr zur Freude der Zuschauer, aber auch seiner Springreiter-Kollegen, erstmals in die lange Siegerliste des Großen Preises eintragen. Der 33-Jährige und vor allem seine Pferde Cherie und Clouseau präsentieren sich seit Monaten in bestechender Form. „Dass es in meinem Heimatturnier mit dem Sieg im Großen Preis geklappt hat, ist für mich etwas ganz besonderes“, freute sich Harm Wiebusch. Gleichzeitig verwies er auf die Qualitäten seines zehnjährigen Wallachs Clouseau, der auch im Stechen ohne Fehler blieb. Am Ende entschied die Zeit von 41,81 Sekunden für ihn. Dahinter reihten sich der Lilienthaler Hans-Christoph Kühl (42,58) und der Bremer Hergen Forkert (42,78) mit Corleone auf den Plätzen zwei und drei ein.

Das Amazonen-Springen am Freitagabend unter Flutlicht konnte die Deutsche Vize-Meisterin Inga Czwalina mit ihrer Holsteiner Stute Armata für sich entscheiden. Nele Glinz aus Sottrum belegte mit ihrem Wallach Nico Rang zwei und die Schwedin Ebba Johansson mit ihrem Hengst Uriko Platz drei.

Das 13. Deister-Springpferde-Championat wird immer beliebter und wurde durch seine großen Starterfelder geprägt. Die hohen Gewinngelder und die zu vergebenen Ausbildungsgratifikationen waren Anreiz genug für die Pferdeausbilder Deutschlands, ihre besten vier-, fünf- und sechsjährigen Springpferde in den hohen Norden zu schicken. „Das Niveau der jungen Springpferde war deutlich höher als im letzten Jahr“, zog Schirmherr Paul Schockemöhle ein positives Resümee. Natürlich gehörten auch seine eigenen Pferde dazu.

Die Champions bei den vier- und fünfjährigen Springpferden kommen aus seinem Stall. Die Hengste Stakkato’s Golden v. Stakkato und Vicco Blue PS v. Vivant van de Heffinck wurden von den Reitern Patrick Stühlmeyer und Eiken Sato vorgestellt. Für besonderes Aufsehen sorgte der sechsjährige Crossover v. Cascadello, der im letzten Jahr unter Julian Goldmeier schon Vize-Champion bei den Fünfjährigen wurde. Mit seinem Reiter Rene Dittmer holte er sich den begehrten Lorbeerkranz und eine ganze Menge Euros an Preisgeld. Der braune Hengst Crossover steht seit einem Dreivierteljahr im Stall Michaels-Beerbaum und wird von dem 26-jährigen Bereiter Rene Dittmer geritten. Der junge Pferdeausbilder schaffte das Kunststück noch mit dem Hannoveraner Schimmelhengst Lucato Mad Jo v. Ludwigs As aus der Zucht von Jochen Meyer (Allwörden) den dritten Platz zu belegen.

Im Grand Prix de Dressage, eine S***-Dressurprüfung, bestätigte Elisa Prigge mit dem Rappwallach Dark Dancer ihre gute Form. Mit 70,500 Prozent gewann die Dressurreiterin aus Appel vor Christin Schütte aus Sottrum mit Briatore und Kathleen Keller mit Deal. Am Sonntagmittag endete der Grand Prix Special mit fast dem gleichen Ergebnis. Der einzige Unterschied, diesmal belegte Susan Pape aus Hemmoor mit Harmony’s Eclectisch den dritten Rang.

 

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